Für jede Lieferung ab 100 € ist der Versand in Deutschland kostenfrei.

Richtig pflanzen: Vom Setzling zur starken Pflanze

Sie haben Ihre Setzlinge selbst angezogen oder aber Ihre Bestellung von uns ist bei Ihnen eingetroffen. Jetzt geht es darum, den jungen Pflanzen einen perfekten Start in Ihrem Beet zu ermöglichen. Im Folgenden finden Sie praktische Tipps und Hinweise, damit von Anfang an nichts schiefgeht.
Ob es um die richtige Vorbereitung des Bodens, den besten Pflanzzeitpunkt oder die optimale Pflege in den ersten Tagen geht – mit ein paar einfachen Schritten schaffen Sie die Grundlage dafür, dass sich Ihre Setzlinge zu kräftigen, gesunden Pflanzen entwickeln und Ihnen eine reiche Ernte bescheren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Jungpflanzen in lockeren, gut vorbereiteten Boden setzen.
  • Die meisten Setzlinge auf gleicher Höhe wie im Topf pflanzen; Tomaten und Porree dürfen tiefer stehen.
  • Nach dem Pflanzen gründlich angießen und in den ersten Tagen vor Hitze und Schädlingen schützen.
  • Erst nach dem Anwachsen mit der weiteren Pflege und Düngung beginnen.
Vorbereitung

Vor dem Einpflanzen

Bevor die Setzlinge ins Beet, Hochbeet oder Pflanzgefäß kommen, lohnt sich eine kurze Vorbereitung. Boden, Witterung und die Gewöhnung an die Außenbedingungen beeinflussen entscheidend, wie gut die jungen Pflanzen anwachsen. Mit den richtigen Voraussetzungen vermeiden Sie unnötigen Stress und schaffen einen guten Start am neuen Standort.

Den Boden vorbereiten

Ein gesunder Boden ist die Basis für kräftige Pflanzen. Lockern Sie die Erde gründlich auf, entfernen Sie Unkraut und arbeiten Sie bei Bedarf etwas Kompost oder organischen Dünger ein. Ist das Beet bereits etwas abgesackt oder nährstoffarm, können Sie es zusätzlich mit frischem, nährstoffreichem Substrat auffüllen oder dieses in den vorhandenen Mutterboden einarbeiten. So verbessern Sie Bodenstruktur und Nährstoffversorgung und schaffen gute Voraussetzungen dafür, dass sich die Wurzeln schnell ausbreiten können.

Ausführliche Tipps zur Bodenvorbereitung finden Sie in unserem separaten Blogartikel.

Topf oder Kübel bepflanzen

Wer nicht ins Beet pflanzt, sollte stattdessen das Pflanzgefäß entsprechend vorbereiten. Wählen Sie einen ausreichend großen Topf oder Kübel mit Abzugslöchern, damit überschüssiges Wasser zuverlässig abfließen kann. Füllen Sie ihn mit einem lockeren, für die jeweilige Kultur geeigneten Substrat. Bei größeren Gefäßen kann zusätzlich eine Drainageschicht sinnvoll sein, um Staunässe vorzubeugen.

Da das Erdvolumen im Topf begrenzt ist, trocknet das Substrat schneller aus und die verfügbaren Nährstoffe sind früher aufgebraucht als im Beet. Kübelpflanzen benötigen deshalb im weiteren Verlauf meist eine etwas aufmerksamere Wasser- und Nährstoffversorgung.

Ausführliche Informationen zur Wahl des passenden Gefäßes, zu Substrat, Drainage und Pflege finden Sie in unserem Ratgeber zum Gemüseanbau im Topf.

Setzlinge an das Freiland gewöhnen

Selbst vorgezogene Jungpflanzen, die bisher geschützt im Haus oder Gewächshaus standen, sollten vor dem endgültigen Auspflanzen schrittweise an Sonne, Wind und die Außentemperaturen gewöhnt werden. Stellen Sie die Pflanzen zunächst für einige Stunden geschützt ins Freie und verlängern Sie die Aufenthaltsdauer nach und nach. Besonders intensive Mittagssonne kann ungewohnte Blätter schnell schädigen.

Unsere GemüseProfi-Jungpflanzen werden in der Regel bereits vor dem Versand an die Bedingungen im Freien gewöhnt. Sie können deshalb nach der Ankunft direkt ausgepflanzt werden, sofern die Witterung für die jeweilige Pflanzenart geeignet ist. Bei außergewöhnlicher Hitze, starker Sonneneinstrahlung oder sehr niedrigen Temperaturen empfiehlt es sich jedoch, mit dem Einpflanzen noch etwas zu warten und die Pflanzen zunächst geschützt aufzustellen.

Den richtigen Zeitpunkt wählen

Damit Ihre Setzlinge gut anwachsen, spielt der Pflanzzeitpunkt eine entscheidende Rolle. Pflanzen Sie erst, wenn keine Gefahr von Nachtfrost mehr besteht und vermeiden Sie extreme Hitzeperioden. Jede Pflanzenart hat außerdem ihre bevorzugte Saison.

Auch die Tageszeit kann die Entwicklung beeinflussen. An warmen und sonnigen Tagen pflanzen Sie am besten am späten Nachmittag oder Abend, wenn die größte Hitze vorüber ist und die Pflanzen über Nacht Zeit haben, sich am neuen Standort zu erholen. Im kühlen Frühjahr eignet sich dagegen eher der Vormittag oder frühe Nachmittag, damit die frisch gesetzten Pflanzen noch einige Stunden Wärme bekommen, bevor die Temperaturen nachts wieder sinken.

Richtig einpflanzen

Setzlinge richtig pflanzen

Jetzt kommt der wichtigste Schritt: das eigentliche Einpflanzen. Nehmen Sie sich dabei etwas Zeit, denn wie Sie den Setzling ins Beet setzen, entscheidet maßgeblich über seinen weiteren Wuchs.

Pflanzloch vorbereiten

Heben Sie ein Pflanzloch aus, das etwas größer ist als der Wurzelballen. Achten Sie darauf, den richtigen Abstand zwischen den Pflanzen einzuhalten – so haben sie später genug Platz, sich zu entfalten und ein gesundes Wurzelwerk zu bilden. Für einen optimalen Start und starke Wurzeln empfehlen wir Ihnen unseren Wurzelaktivator mit ins Loch zu geben.

Wurzeln vorsichtig vorbereiten

Vor dem Einpflanzen sollten Sie den Wurzelballen noch einmal gründlich wässern. Tauchen Sie ihn dafür vollständig in Wasser und lassen Sie ihn so lange darin, bis keine Luftbläschen mehr aufsteigen. Dann hat sich der Ballen ausreichend mit Wasser vollgesogen. Optional können Sie dem Wasser einen geeigneten Pflanzenstärker zugeben, um die Wurzelentwicklung zu unterstützen.

Bei stark durchwurzelten Pflanzen können Sie den Topfballen anschließend vorsichtig etwas auflockern. So wachsen die Wurzeln leichter in die umgebende Erde ein. Gehen Sie dabei behutsam vor, damit möglichst wenige feine Wurzeln beschädigt werden.

Bei unseren Lauchzwiebeln, Rote/Bunte Bete und Porree befinden sich mehrere Pflanzen in einem Erdballen. Möchten Sie diese vereinzeln, legen Sie den Ballen etwa 10 Minuten in lauwarmes Wasser und trennen die Wurzeln anschließend vorsichtig voneinander. Alternativ können die Pflanzen auch als Bündel gesetzt werden – mit zunehmendem Wachstum drücken sie sich meist von selbst auseinander.

Gartenpflanzen richtig setzen

Setzen Sie den Setzling aufrecht ins vorbereitete Pflanzloch und füllen Sie es mit lockerer Erde auf. Die meisten Pflanzen werden so tief gesetzt, wie sie zuvor im Topf standen. Je nach Gemüseart gibt es jedoch Ausnahmen.

Tomaten können beispielsweise tiefer gepflanzt werden, da sie am eingegrabenen Stängel zusätzliche Wurzeln bilden können. Ausführliche Hinweise dazu finden Sie in unserem Ratgeber zum richtigen Einpflanzen von Tomaten.

Auch Porree wird tiefer gesetzt. Dadurch entwickelt sich ein längerer weißer, zarter Schaft. Später kann die Erde zusätzlich angehäufelt werden, um den gebleichten Stangenanteil weiter zu verlängern.

Andrücken und angießen

Drücken Sie die Erde rund um die Pflanze leicht an, damit keine Hohlräume entstehen und die Wurzeln guten Kontakt zum Boden bekommen. Anschließend gründlich angießen, damit sich die Erde setzt und die Pflanze sofort ausreichend Feuchtigkeit hat.

Mit diesen Schritten schaffen Sie ideale Voraussetzungen dafür, dass Ihr Setzling schnell anwächst und sich zu einer starken Pflanze entwickelt.

Richtige Pflege

Die ersten Tage nach dem Auspflanzen

In den ersten Tagen nach dem Einpflanzen müssen sich die Setzlinge zunächst an ihren neuen Standort gewöhnen und neue Wurzeln bilden. In dieser Phase sind vor allem eine gleichmäßige Wasserversorgung und etwas Schutz vor extremen Bedingungen wichtig.

Halten Sie die Erde gleichmäßig feucht, aber nicht dauerhaft nass. Besonders bei warmem, trockenem oder windigem Wetter kann der Wurzelballen schnell austrocknen. Bei starker Sonne und großer Hitze empfiehlt es sich, frisch gesetzte Pflanzen während der Mittagsstunden vorübergehend etwas zu beschatten, damit die Blätter nicht verbrennen oder unnötig viel Wasser verlieren.

Mit der Düngung sollten Sie direkt nach dem Pflanzen eher zurückhaltend sein. Frisch gesetzte Jungpflanzen müssen zunächst anwurzeln und benötigen nicht sofort eine hohe Nährstoffgabe. Besonders stark konzentrierte oder „scharfe“ Dünger können die jungen Wurzeln schädigen und zu Verbrennungen führen. Wurde der Boden bereits vor der Pflanzung mit Kompost oder Dünger vorbereitet, ist eine zusätzliche Düngung in den ersten Tagen meist ohnehin nicht notwendig. Auch viele Pflanz- und Gemüseerden sind bereits vorgedüngt, sodass die enthaltenen Nährstoffe für die erste Zeit in der Regel ausreichen. Eine zusätzliche Düngergabe ist dann zunächst nicht erforderlich.

Profi-Tipp: Schneckenkragen

Ein Schneckenkragen schützt junge Pflanzen nicht nur zuverlässig vor Schnecken, sondern hat noch einen zweiten Vorteil: Er funktioniert gleichzeitig als praktischer Gießrand. Das Wasser bleibt direkt im Wurzelbereich und kann dort langsam in den Boden einsickern.

Wenn die Pflanzen angewachsen sind

Sind die Pflanzen gut eingewurzelt und zeigen neues Wachstum, beginnt die eigentliche Kulturpflege. Ab jetzt können Sie die Versorgung Schritt für Schritt an die Bedürfnisse der jeweiligen Gemüseart anpassen.

Dazu gehören vor allem eine bedarfsgerechte Düngung, z. B. mit unserem GemüseProfi Langzeitdünger, die richtige Bewässerung sowie – je nach Kultur – Rankhilfen, Stützen oder das Ausgeizen. Starkzehrer wie Tomaten, Paprika oder Gurken benötigen im weiteren Verlauf deutlich mehr Nährstoffe als beispielsweise Salate oder viele Kräuter. Ausführliche Hinweise dazu finden Sie in unserem Ratgeber zur richtigen Düngung von Gemüsepflanzen.

Auch der Schutz vor Schädlingen bleibt wichtig. Besonders bei gefährdeten Kulturen können frühzeitig angebrachte Kulturschutznetze verhindern, dass beispielsweise Kohlweißlinge, Kohlfliegen oder andere Schadinsekten an die Pflanzen gelangen.

Welche weiteren Pflegemaßnahmen sinnvoll sind, hängt stark von der jeweiligen Kultur ab. Informationen finden Sie kulturspezifisch auf der jeweiligen Produktseite.

Gut zu Wissen

Häufige Fehler vermeiden

Auch beim Einpflanzen können kleine Fehler den Start erschweren. Wenn Standort, Pflanzzeitpunkt und Versorgung stimmen, haben Ihre Setzlinge jedoch beste Voraussetzungen, um schnell anzuwachsen und sich kräftig weiterzuentwickeln. Beobachten Sie die Pflanzen besonders in den ersten Tagen aufmerksam und passen Sie Wasser, Schutz und Pflege an die jeweilige Kultur und Witterung an. So schaffen Sie die Grundlage für gesunde Pflanzen und eine erfolgreiche Ernte.

Diese vier typischen Fehler sollten Sie dabei möglichst vermeiden:

Falsche Pflanztiefe

Die meisten Kulturen werden so tief gesetzt, wie sie zuvor im Topf standen. Für Tomaten oder Porree gelten Ausnahmen.

Zu viel oder zu wenig Wasser

Jungpflanzen brauchen gleichmäßige Feuchtigkeit. Staunässe und Austrocknung sollten vermieden werden.

Zu früh oder zu stark düngen

Direkt nach dem Pflanzen ist meist keine zusätzliche Düngung nötig. Zu konzentrierter Dünger kann junge Wurzeln schädigen.

Schutz vergessen

Starke Sonne, Kälte, Wind und Fraßschäden können frisch gesetzten Pflanzen schnell zusetzen. Je nach Situation helfen Beschattung, Vlies, Schneckenkragen oder Kulturschutznetze.

Unsere Pflanzenexperten Redaktionell geprüft

Laura Riano Galviz

M.Sc. Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften | Teil des GemüseProfi-Teams

Ihr Interesse gilt dem gesamten Weg vom Anbau bis zur Nutzung von Gemüse. Bei GemüseProfi verbindet sie ihren wissenschaftlichen Hintergrund mit eigener Gartenerfahrung und dem direkten Austausch mit unseren Kunden. Diese Erfahrungen fließen in die Ratgeber und deren redaktionelle Aufbereitung ein.